Hinter die Kulissen zu schauen und neben den Dramen auch die Verschiedenheit und Schönheit des Orients zu entdecken – das war das Interesse des 2021 verstorbenen Nahost-Korrespondenten Dr. Martin Gehlen. Seine Reportagen und Geschichten spiegeln dabei eine große Offenheit gegenüber der Vielfalt der Kulturen und Liebe zu den Menschen wider. Das Buch „Es war einmal ein Garten Eden“ versammelt ausgewählte Reportagen von Martin Gehlen und Bilddokumente seiner Frau, der Fotografin Katharina Eglau. Angesichts der andauernden Machtkämpfe und Kriege zwischen den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens tragen die Artikel und Essays auch heute noch zum Verständnis der aktuellen Situation bei.
Das Buch erscheint am 15. September
Am 9. Oktober um 18:30 Uhr findet die Buchvorstellung in der Heinrich Böll Stiftung Berlin statt (Schumannstraße 8, 10117 Berlin), im Anschluss wird eine Fotoausstellung mit Katharina Eglau eröffnet. Das Thema „Fragile Träume“, es werden Fotos aus dem Arabischen Frühling, Kima und Umwelt und Couragierte Frauen in der Arabischen und Islamischen Welt gezeigt.
Zum Autor:
Martin Gehlen, geboren 1956 in Düsseldorf, gestorben 2021 in Tunis. Er studierte Biologie in Bonn, katholische Theologie in Münster und Nordamerikawissenschaft an der Harvard Universität und FU Berlin. Während Studienaufenthalten an der Hebräischen Universität Jerusalem und bei Sciences Po in Paris widmete er sich dem Verhältnis von Religion und Politik und promovierte 2004 am Max-Weber-Kolleg in Erfurt. Martin Gehlen war einer der besten Kenner der arabischen Welt – und, wenn man so sagen darf, einer ihrer Liebhaber. Seit 2008 lebte er mit der Fotografin Katharina Eglau in Kairo, danach seit 2017 in Tunis. Den Beginn des Arabischen Frühlings im Dezember 2010 erlebte er vom ersten Tag an mit. „Fasziniert verfolgte die Welt, wie ein arabisches Volk nach dem anderen versuchte, ihre Diktatoren abzuschütteln“, schrieb Martin Gehlen in seiner Zehn-Jahres-Bilanz. Er war fasziniert von dem kollektiven Aufbegehren. Und später ebenso ernüchtert wie alle, die das Scheitern der Bewegung erleben mussten: „Zehn Jahre danach ist alle Euphorie verflogen.“
Die Herausgeberinnen:
Katharina Eglau ist 1960 in Berlin geboren, sie absolvierte eine Ausbildung zur Fotografin beim Lette Verein in Berlin, und spezialisierte sich zunächst auf Werbefotos. Sie war freie Fotografin in London und New York mit dem Fokus auf Pressefotografie. Eglau war tätig für die „tageszeitung“ (taz) und den Berliner „Tagesspiegel“. 2008-2021 lebte und arbeitete sie in Kairo und Tunis.
Elisabeth Zoll, geboren 1964, studierte Politikwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit Oktober 1993 ist sie Redakteurin bei der „Südwest Presse“ in Ulm. Schwerpunktmäßig beschäftigt sie sich mit: Politik, Gesellschaftsthemen, Religionen und Weltanschauungen. Zoll ist außerdem Herausgeberin der Bücher „Wir bleiben“ und „Warum ich Christ*in bin“, die im Hirzel-Verlag erschienen.
Aus dem Vorwort:
Dieses Buch ist einerseits ein Zeitdokument über den Wandel in der arabischen Welt in den Jahren 2008 bis 2021. Der Entstehungszeitpunkt der Texte ist am Ende jedes Beitrages vermerkt. Darüber hinaus ist das Buch aber auch ein Angebot, sich mit den Herausforderungen zu befassen, die in die Gegenwart und in die Zukunft reichen. Die pointierten Reportagen, die aus Reisen und intensiven Begegnungen hervorgegangen sind, und die aussagestarken Fotografien von Katharina Eglau sind Treibstoff für eine spannende Gedanken-Reise in eine Region, die bis heute historisch und kulturell eine ungeheure Faszination ausstrahlt.